Handgemacht: Warum Selbermachen glücklich macht

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„28 Vanillekipferl auf einmal ausstechen.“ Brotbackautomaten, vollautomatische Pasta-Maschinen, Keksausstecherplatten. Je stärker der Trend zu Selbstgemachtem geht, desto mehr sollen uns scheinbar Maschinen und Fertigprodukte dabei helfen, Brot, Kekse, Kuchen und andere Dinge herzustellen. Die Frage ist nur: Wollen wir das? Will ich das?

Alle Zutaten in die Maschine werfen, Knopf drücken, warten. Fertig ist das Brot, die Pasta, der Reis. Hat das wirklich noch etwas mit Handarbeit zu tun? Sagt nicht schon das Wort „handgemacht“, dass ich etwas mit meinen Händen erarbeite, den Teig knete, die Kekse forme? Wo bleibt der Spaß, wenn ich nicht Vanillekipferl für Vanillekipferl rolle, in Form bringe und aufs Blech setze? Wenn ich nicht Mehl und Eier vermische und nach Minuten spüren kann, wie sich langsam ein geschmeidiger Teig bildet? Wenn ich eine Brotbackmischung in die Brotbackmaschine werfe, anstatt aus Hefe, Wasser, Mehl und Salz einen Teig anzusetzen, aus dem Schritt für Schritt ein selbstgemachtes Brot entsteht? Ja, es geht schnell. Ja, es ist praktisch. Aber macht es Spaß? Macht es stolz, auf das, was man am Ende produziert hat?

Finde nur ich es entspannend, Teig zu kneten? Nach einem langen Tag, einer anstrengenden Woche, überschüssige Energie in den Teig abzuleiten und dabei die Glücksgefühle zu erleben, die umso stärker werden, je mehr sich die einzelnen Zutaten zu einem Ganzen verbinden. Vielleicht ist Kochen mein Yoga. Meine Art, Stress abzubauen und negative Gedanken vor die Küchentüre zu verbannen.

Freue nur ich mich, wenn aus einer Fülle trockener Brösel plötzlich ein homogener Teig entsteht? Bin nur ich stolz, wenn sich der Hefeteig vergrößert und ich weiß, dass es diesmal wirklich funktionieren könnte?

Teigkneten vs. Pasta-Maschine

Oder anders gefragt: Kauft jemand diese vollautomatischen Pasta-Maschinen, in die Eier und Mehl gefüllt werden, die in kürzester Zeit Teig herstellen und fertige Nudeln ausspucken? Bezahlt jemand für Keksausstecherplatten, weil man mit nur einem Handgriff 30 Kekse ausstechen kann? Fragen, die ich mir seit Monaten stelle. Seit ich im Advent Keksausstecherplatten in der Auslage eines Haushaltswarengeschäfts gesehen habe. Seit ich die vollautomatische Pasta-Maschine im Prospekt eines Supermarkts gesehen habe. Seit Fertigteige für Kekse im Advent in Mode sind. Seit Backmischungen für Palatschinken, Muffins und Kuchen die Supermarktregale erobern.

Will ich das? Nein. Ich will zeigen, dass es auch anders geht. Einfach. Mit wenigen Handgriffen und trotzdem handgemacht. Was bleibt vom Trend zum Selbstgemachten, wenn ich am Ende nur die Hälfte selbst mache? 2016 wird mein Jahr des Selbermachens. Von A bis Z – Karamellcreme bis Milchschnitte! #handgemacht

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